Für alle, die im neuen Jahr wieder mit dem Lesen anfangen möchten oder weitermachen wollen: meine 12 Lieblingsbücher, für jeden Monat eins.
12 Bücher für 2012
Extra-Tipp: Leih dir die Bücher in deiner Stadtbibliothek aus. Erst kaufen, wenn sie dir gefallen haben. Dann selbst verleihen. Spart Geld und Platz. Und bringt Menschen ins Gespräch.
„Ihr kriegt mich nicht“ von Mikael Engström
Ein Junge verliert erst seine Mutter, dann seinen Vater, rutscht aus seinem Leben, um dann, weit draußen, anzukommen. Klingt vertraut, ist aber so neu und warm erzählt, dass das Buch nicht umsonst für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert war.
„Die große Welt“ von Colum McCann
Ein Mann tanzt 1974 auf einem Seil zwischen den Twin Towers und der irische Schriftsteller McCann entspinnt um dieses merkwürdige Kunststück einen Roman, der die Welt der 70er Jahre widerspiegelt und nicht ohne die Tragödie von 9/11 zu lesen ist.
„Meisterwerk“ von Frank Cotrell Boyce
Ist es die Atmosphäre seiner Bücher? Sind es die Figuren? Der Plot? Frank Cotrell Boyce macht süchtig. Schräge Außenseiter werden Helden und peinliche Situationen Glücksgriffe. Ebenso von ihm zu lesen: „Galaktisch“ und „Millionen“.
„Weil deine Liebe mich treibt“ von Carlo Carretto
Ein engagierter Priester geht in den 60er Jahren in die nordafrikanische Wüste und lebt dort als Eremit zwölf Jahre lang. In Briefen an seine Schwester hält er fest, was er aus dem Schweigen hört: pure und klare Worte voller Leben. Das Buch ist nur noch antiquarisch zu bekommen.
„Vom wilden zum weisen Mann“ von Richard Rohr
Der Franziskanerpriester war einer der ersten, der die komplexe Lebenswirklichkeit der Postmoderne mit den schlichten Erkenntnissen der Mystiker verknüpft hat. Herausgekommen ist ein neuer Zugang zur christlichen Spiritualität, die aufgrund ihrer Tiefe inspiriert. Nicht nur für Männer.
„Weit gegangen“ von Dave Eggers
Ein sudanesischer Junge flieht vor den Soldaten. Die Reise des Lost-Boy aus Darfur führt durch die Steppe über Flüchtlingslager bis in die USA. Nach diesem langen Weg wird jeder Leser die Welt mit anderen Augen sehen.
„Tschick“ von Wolfgang Herrndorf
Das Überraschungsbuch des letzten Jahres. Zwei Jungs klauen ein Auto und hauen ab. Von Berlin aus in Richtung Walachei. Mit Sehnsucht, Naivität und Humor im Kofferraum.
Ein dunkles und schweres Buch der Literaturnobelpreisträgerin über Sklaverei, Rassismus und dem Wunsch nach Freiheit. Es windet sich in unangenehme Ecken des Menschseins und macht wach für die Ungerechtigkeit, die sich Menschen antun.
„Zeichen am Weg“ von Dag Hammarskjöld
Der ehemalige UN-Generalsekretär kommt bei einem mysteriösen Flugzeugabsturz ums Leben und hinterlässt überraschend ein Tagebuch mit Aufzeichnungen seiner Gedanken, Beobachtungen, Gebete und Ermahnungen.
„Ins Tal der Schatten“ von Patrick Roth
Die Poetikvorlesungen des deutschen Schriftstellers, der in Los Angeles lebt, sind so klug, dass man sie nur Seite für Seite lesen kann, um nichts zu vergessen. Sie vereinen Mystik, Hollywood und Psychologie zu einer Welt, die voller Geheimnisse ist.
„Ein Bild von Ivan“ von Paula Fox
Wenn sich renommierte Schriftsteller trauen, Kinderbücher zu schreiben, entstehen oft kleine Meisterwerke. So bei Paula Fox. Ebenso bei Roddy Doyle, Per Olov Enquist oder Hermann Schulz.
„Halbbruder“ von Lars Saabye Christensen
Es ist vielleicht das Buch seines Lebens. Der norwegische Schriftsteller erzählt von zwei ungleichen Brüdern und zugleich von den Wirren des Krieges und dessen sprachlosen Folgen. Von einem sonderbaren Diskuswurf und einem einsamen Dachboden. Von Frauen, die ihr Leben in die Hand nehmen, und Männern, denen es entgleitet.
